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Coursing-Europameisterschaft 2010 in Chardonnay (F)

Die Coursing-Europameisterschaft wurde vom 24. – 26. 7. 2010 inmitten der Weinberge von Chardonnay im Burgund ausgetragen. Da nur 2 Felder zur Verfügung standen und eine neue Rekordmeldezahl erreicht wurde, musste an drei Tagen gezogen werden. Das schöne Gelände am Hang wurde halbiert, um zwei Felder zu generieren, mit dem Nachteil, dass die Hunde aufs andere Feld sehen konnten. Mehrmals führten teilnehmende Hunde ihren Kurs über beide Felder. Die Parcours waren im Gegensatz zu Marienbad 2009 kürzer, auch kürzer als ausgeschrieben, aber dafür punkto Wendungen ausgesprochen anspruchsvoll. Die Schlussstrecke führte auf beiden Kursen bergauf, was den Hunden nochmals einiges abverlangte. Besonders anspruchsvoll war aber, dass der Kurs nach dem Start nur kurz leicht hangabwärts gezogen wurde, dann nach dem ersten Haken aber ziemlich steil nach unten führte, was eher verpönt ist. Beim Parcours, den die Deerhounds am Freitagmorgen liefen, verschwand der Hase bergab hinter einer Kuppe, so dass der hinten laufende Hund Gefahr lief, ihn bereits dort zu verlieren. Der vorne laufende Hund lief dafür in den meisten Fällen dicht am Hasen bis in die unterste Ecke des Parcours, wo eine ganz enge Wendung wieder bergauf führte, so dass viele Hunde den Anschluss bis zum Ende nicht mehr schaffen konnten. Damit war schon eine deutliche Vorselektion getroffen, und dies erklärt auch, warum etliche Spitzencoursinghunde die Erwartungen nicht erfüllen konnten.
Wenn so eine Veranstaltung im Juli stattfindet, bin ich bei den Deerhounds immer eher zurückhaltend. Bei grosser Hitze lasse ich unsere Deerhounds nicht laufen. Da wir aber auch noch Salukis am Start hatten, konnten wir das ganz locker angehen und im letzten Moment entscheiden. Nur 9 Tage vor der EM wurde unsere Brianag nämlich gebissen und musste geklammert werden, entsprechend wurde sie dann bis zur EM geschont. Schliesslich war die Temperatur ideal und Brianag zeigt viel Interesse für den Parcours und kam auch bei der Tierarztkontrolle durch, so dass wir sie laufen liessen. Insgesamt waren 18 Hündinnen und 10 Rüden am Start, 3 davon aus der Schweiz: Lyonhill Noreen von Edi Hutter, Balu vom Kellinger von Thomas Kühne und unsere Brianag the Deerhunter. 4 Hündinnen schafften den ersten Lauf nicht und erhielten ein “nicht durch“, ein Rüde wurde im ersten, ein weiterer im zweiten Lauf disqualifiziert. Unsere Brianag hatte richtig Spass und zudem gelang es ihr ausnahmsweise, ohne den für sie so typischen Lapsus durchzukommen. Damit erreichte sie den 8. Platz. Die beiden andern Schweizer Deerhounds schafften es erfreulicherweise beide aufs Podest: Balu wurde Vize-Europameister und Noreen erreichte den 5. Rang. Herzliche Gratulation! Ebenso erfreulich war die tolle Stimmung im Schweizer Lager, die jeweils die Rangverkündigung zu einem echten Erlebnis macht.
Natürlich wurde – wie an jeder EM – auch dieses Jahr lamentiert, und das Lamento findet gar Eingang in verschiedene Blogs und Chatlisten. Der Stacheldrahtzaun, der das Coursinggelände eingrenzte, liess viele erschauern. Wegen der fehlenden Stromversorgung auf dem Gelände fanden die Sitzungen im Dorf statt, wo auch die ganze Administration stationiert war. Die Hunde wurden meist nur auf Französisch aufgerufen. Und natürlich – wir waren ja schliesslich in Frankreich – wurden Zeitangaben kaum eingehalten. (Entgegen anderslautenden Behauptungen konnte man aber am Donnerstagabend auf dem Platz Hähnchen mit Kartoffelpüree -beides nicht süss! - essen. Auch konnte man regionale Spezialitäten (Brot, Wurst, Wein, Liqueur, Senf und Eingemachtes) kaufen und sogar Wein degustieren. Insgesamt war die EM gut organisiert, übersichtlich und sympathisch.
Noreen, Brianag
Noreen (li), Brianag
Brianag, 2010
Brianag
03.09.2010, 21:16 Uhr, wf

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